Menschenrechte – unser Anlageansatz

Als Anleger sind wir uns bewusst, welche Auswirkungen das Thema Menschenrechte auf unsere Investments haben kann und welche Rolle wir dabei spielen, Fortschritte zu bewirken. Wie für die Frage der sozialen Gerechtigkeit sprechen aus Anlagesicht auch für die Förderung der Menschenrechte gewichtige Argumente. Deshalb ist die Beurteilung der Chancen und Risiken im Zusammenhang mit Menschenrechtsfragen seit vielen Jahren ein Kernbestandteil unseres Ansatzes rund um die Themenbereiche Umwelt, Soziales und Governance (Environmental, Social and Governance, ESG).

Der Artikel „Unser Ansatz in Bezug auf Menschenrechte im Anlagebereich“ erklärt unseren Ansatz im Detail. Die wesentlichen Punkte fassen wir nachfolgend zusammen.

Unsere Überzeugungen

Vier wesentliche Überzeugungen bilden die Grundlage für unseren Anlageansatz in Bezug auf Menschenrechte im Anlagebereich.

  1. Die Chancen und Risiken im Zusammenhang mit den Menschenrechten bilden einen wesentlichen Bestandteil unseres Anlageprozesses. Daher betrachten wir sie sehr genau, streben zugleich aber gute Ergebnisse für unsere Kunden an.
  2. Damit wir als aktive Anleger unserer Verantwortung im Hinblick auf die Menschenrechte gerecht werden, bedarf es eines laufenden Engagements und kontinuierlicher Bemühungen, um positive Veränderungen zu bewirken.
  3. Die Anstrengungen zur Wahrung der Menschenrechte sind häufig von freiwilligen Zusagen und Verpflichtungen sowie schwachen Regelwerken gekennzeichnet. Das genügt nicht – wir brauchen strengere Regeln und Vorschriften sowie bessere Unternehmenspraktiken.
  4. Die Herausforderungen in Sachen Menschenrechte sind häufig komplex und hartnäckig. Spürbare, dauerhafte Veränderungen setzen einen Ansatz voraus, der viele Stakeholder mit ins Boot holt, darunter Unternehmen, Investoren, Anleger, Regierungen, die Zivilgesellschaft und die Wissenschaft.

Unser Ansatz

Wir bei Aberdeen Standard Investments (ASI) unterstützen uneingeschränkt das Rahmenwerk „Protect, Respect, Remedy“ (Schutz, Achtung, Abhilfe) der Vereinten Nationen (UN). Wir legen die UN-Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGPs) zugrunde, um unsere Verantwortung zu verstehen und um Menschenrechtsfragen mit Blick auf unsere Anlagen zu beurteilen.

Durch unseren Fokus auf die Menschenrechte gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse über Trends, Risiken und Chancen. Diese Ergebnisse ermöglichen uns fundierte Entscheidungen.

Durch unseren Fokus auf die Menschenrechte gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse über Trends, Risiken und Chancen. Diese Ergebnisse ermöglichen uns fundierte Entscheidungen. Wir streben positive Ergebnisse für unsere Kunden an und wollen zugleich die Menschenrechte wahren und fördern.

Dies sind die wesentlichen Elemente unseres Ansatzes in Bezug auf Menschenrechte im Anlagebereich.

Research

Für uns als aktive Anleger ist hochwertiges Research ein Kernelement unseres Anlageprozesses. Dies beinhaltet Analysen und Studien rund um das Thema Menschenrechte, die von Anlageanalysten und Portfoliomanagern anlageklassenübergreifend durchgeführt werden. Außerdem verfügen wir im ESG-Anlageteam über einen speziellen Analysten mit Schwerpunkt Menschenrechte. Dieser Experte liefert Erkenntnisse über die wesentlichen Regulierungs- und Branchentrends in den Regionen und erstellt Analysen zu spezifischen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit den Menschenrechten. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem ASI Research Institute.

Integration in den Anlageprozess

Wir betrachten die Menschenrechte sowohl aus einer Top-down- als auch aus einer Bottom-up-Perspektive und legen das Hauptaugenmerk auf Hochrisikobereiche.

  • Top-down-Beurteilung: Wir stützen uns auf Analysen aus den Bereichen Politik und Soziales, um die in einem bestimmten Land / einer bestimmten Region herrschenden Menschenrechtsbedingungen zu verstehen und um zu beurteilen, wie sich dies auf unsere Anlagen auswirkt. Anhand proprietärer ESG-Rahmenwerke und -Indizes versuchen wir zu ermitteln, welche wesentlichen Rechte in Gefahr sind.
  • Bottom-up-Beurteilung: Jedes Unternehmen ist abhängig von seinen Aktivitäten von anderen Menschenrechtsfragen betroffen. Landrechte und die Einwilligung der örtlichen Gemeinschaft sind für eine Bergbaugesellschaft von größerer Relevanz, während das Recht auf Datenschutz für ein Technologie- oder Software-Unternehmen bedeutsamer ist.

Es gibt viele finanzielle Anreize, die die Wahrung der Menschenrechte fördern sollen. Für Unternehmen sind dies zum Beispiel die Folgenden.

  • Genießt ein Unternehmen eine gute Reputation, kann dies das Vertrauen der Anleger sowie Geschäftsbeziehungen stärken, die Kundentreue erhöhen und helfen, qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen und zu binden.
  • Mit einem tragfähigen Ansatz in Sachen Menschenrechte können Unternehmen effizienter und effektiver arbeiten – insbesondere in einem komplexen oder unbekannten Umfeld oder in Konfliktgebieten.
  • Die Regulierer fordern zunehmend eine verpflichtende Berichterstattung und Due-Diligence-Prozesse in Bezug auf Menschenrechte. Unternehmen, die nachweisen können, dass sie über einen tragfähigen Ansatz verfügen, werden Strafen vermeiden.

Auf Länderebene kann ein mangelndes Engagement für den Schutz der Menschenrechte – oder die Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen – soziale Unruhen anheizen, was wiederum der Wirtschaft schaden oder diese massiv beeinträchtigen kann. Regierungen könnten dann gezwungen sein, mehr Kredite aufzunehmen, um Haushaltslöcher zu stopfen. Wenn darüber hinaus multinationale Unternehmen der Meinung sind, dass ein Land aufgrund von Menschenrechtsproblemen kein geeignetes Ziel für Investitionen ist, könnte sich dies massiv auf die grenzüberschreitenden Kapitalflüsse auswirken. Das ist ein wichtiger Punkt für unsere eigene Beurteilung, ob ein Land weiterhin darauf setzen kann, dass dieser Zufluss von Investitionen der eigenen Wirtschaft auch künftig zugutekommen wird.

Engagement und Stimmrechtsausübung

Ein regelmäßiger intensiver Dialog mit Unternehmen und Emittenten ist entscheidend, um ein besseres Verständnis für das Management der Chancen und Risiken im Bereich der Menschenrechte zu entwickeln. Wir können dadurch Erkenntnisse gewinnen und unsere Erwartungen gegenüber Stakeholdern zum Ausdruck bringen. Bei unseren Aktienanlagen machen wir unseren Einfluss zudem durch die Stimmrechtsausübung bei Hauptversammlungen geltend. Wir erwarten von allen Unternehmen, in die wir investieren, dass sie:

  • sich kontinuierlich nach Kräften bemühen zu verstehen, welche tatsächliche und potenzielle Wirkung sie auf die Menschenrechte haben,
  • Systeme schaffen, die aktiv die Achtung und Wahrung der Menschenrechte sicherstellen,
  • geeignete Maßnahmen ergreifen, um bei Verletzungen der Menschenrechte Abhilfe zu schaffen.

Von Regierungen und politischen Entscheidern erwarten wir, dass sie sich für den Schutz der Menschenrechte einsetzen, und ermuntern sie, für einen besseren Schutz der Arbeitnehmer zu sorgen. Dazu nutzen wir unseren ständigen, intensiven Dialog mit Emittenten, unsere auf Zusammenarbeit ausgerichteten Initiativen und unser aktives politisches Engagement.

Unseren Einfluss auf diese Weise zu nutzen kann sehr wirkungsvoll sein. Durch aktives Engagement und einen aktiven Dialog können wir Unternehmen Hilfestellung geben, um mit bewährten Best Practices Menschenrechtsprobleme zu bewältigen. Sind Unternehmen nicht bereit, sich zu engagieren, oder erkennen wir ungenügende Fortschritte, suchen wir nach Möglichkeiten, um unseren Einfluss noch stärker geltend zu machen, zum Beispiel indem wir Branchenverbänden beitreten. Als letzten Ausweg prüfen wir einen möglichen Verkauf unserer Position.

Aus der Sicht der Rechteinhaber

Um die Frage der Menschenrechtsprobleme wirklich voll und ganz zu verstehen, müssen wir auch die Sichtweise der Menschen berücksichtigen, die Opfer von Menschenrechtsverletzungen sind (oder werden dürften). Zu diesen Menschen haben wir nur selten Zugang. Daher wenden wir uns an repräsentative Organisationen, um uns ein genaueres Bild zu machen. Dies können zum Beispiel die Vereinten Nationen und ihre Sonderberichterstatter, Nichtregierungsorganisationen, internationale Entwicklungsorganisationen, Gewerkschaften oder auch gemeinnützige Organisationen sein. Diese Gruppen veröffentlichen Studien und Analysen zum Thema Menschenrechte und nehmen mitunter zu weiteren Gesprächen Kontakt mit uns auf. Wir schätzen ihre Arbeit sehr, unterstützt und verbessert sie doch unsere Research-Tätigkeit. Außerdem resultieren daraus häufig Empfehlungen, die wir den Unternehmen, in die wir investieren, und Emittenten ans Herz legen können.

Unsere ESG-Offenlegungen

Wir von ASI unterstützen den Berichtsrahmen für die UN-Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte und rufen die Unternehmen dazu auf, sich bei Offenlegungen an diesen Leitlinien zu orientieren.

Wir veröffentlichen vierteljährliche ESG-Berichte auf unserer Website und informieren detailliert über unsere Aktivitäten in den Bereichen Research, Engagement und Stimmrechtsausübung. Wir liefern Beispiele für unser Engagement und machen Angaben zur Zahl der Versammlungen, an denen wir teilgenommen haben, sowie zum Abstimmverhalten für jedes ESG-Thema.

Auch Angaben zu unserer Stimmrechtsausübung finden sich auf unserer Website unter anderem dazu, wie wir bei jedem einzelnen Unternehmen bei jedem Beschluss abgestimmt haben. Nähere Angaben zu unseren Richtlinien für die Stimmrechtsausübung sind dort auch abrufbar.

Das Dokument, in dem unser Ansatz definiert ist, bildet einen wichtigen Bestandteil unserer Offenlegungen zum Thema Menschenrechte. Wir werden dieses Dokument regelmäßig aktualisieren, um stets einen aktuellen Überblick über unsere Fortschritte und Aktivitäten zu geben. Auf Konzernebene veröffentlicht Standard Life Aberdeen eine Menschenrechtserklärung mit weiteren Informationen zu den Schritten, die wir unternehmen, um die Wahrung der Menschenrechte für unsere Mitarbeiter, Lieferketten und Gemeinschaften zu sichern.

Klicken Sie hier, um sich das Video zum Thema Menschenrechte anzusehen.

Risikohinweis

Der Wert jedes Investments und die Einkünfte daraus können sinken oder steigen und Sie erhalten möglicherweise weniger als den investierten Geldbetrag zurück.